Gassigeschichte #7 – Die „verbotene“ Hundeleine

Boerne mit Rollleine

Als Hundebesitzer weiß man, dass es in der Welt der Frauchen und Herrchen – in den meisten Fällen – nur die EINE eingefahrene Meinung zu einem Hundethema gibt. Füttere ich meinen Hund mit Trockenfutter, schlägt die BARF-Fraktion direkt die Hände über dem Kopf zusammen, barfe ich meinen Hund, dann zählen mir die Trockenfutteranhänger mindestens 10 Gründe auf, warum das für Hunde auf jeden Fall schädlich ist.

Natürlich gibt es auch zum Thema „Hundeleine“ verschiedene radikale Ansichten. Hier soll heute die „verbotene Leine“ im Vordergrund stehen. Welche das ist? Tja für die einen ist es natürlich die Schleppleine und für alle anderen die RollLeine.

Für mich kann ich jetzt einfach mal behaupten, dass mir grundsätzlich total egal ist, welche Leinen andere Frauchen und Herrchen benutzen. So lange sie damit umgehen können. Das ist ein sehr wichtiger und nicht zu verachtender Punkt. Denn ich habe – wie ihr sicher auch;-) – schon wirklich unmögliches gesehen.

Auch Rollleinen darf man kurz halten

Eine ältere Dame aus unserem Ort ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht jeder Hundebesitzer die Fähigkeit besitzt, mit einer Rollleine umzugehen. Regelmäßig führt sie ihren 4 Jahre jungen Jack Russell Terrier spazieren. Dazu trägt der kleine Kerl ein Geschirr, an dessen Ende eine Rollleine hängt. Leider versteht das Frauchen nicht unbedingt, dass diese Leine einen sehr nützlichen „Stoppknopf“ besitzt und so darf klein Timmy ohne Beschränkung losstürmen, sobald die Haustür aufgerissen wird. Ich muss euch jetzt wahrscheinlich nicht erzählen, wie oft der süße Kerl schon fast unter einem Auto gelandet wäre, weil er schnurstracks auf die Straße stürmte oder wie viele Kinder (und auch Erwachsene) sich schon fast mit dem Fahrrad zu Timmys Pfoten geschmissen hätten, weil die Leine als Stolperfalle optimal funktioniert. Aber man muss das ganze natürlich auch einmal positiv betrachten. Immerhin hat Timmy ein (relativ) gut sitzendes Geschirr an und kein Halsband.

Geschirr oder Halsband?!

Da kommen wir nämlich direkt zum nächsten Punkt. Wieso machen so viele Hundebesitzer die Rollleine am Halsband und nicht am Geschirr fest? Läuft mein Hund mal stärker in die Leine reizt diese bis zum Schluss aus, dann ist der Ruck doch viel zu heftig für den Hundehals und das Verletzungsrisiko der Halswirbel steigt damit natürlich sehr stark an. Ein bisschen geärgert hat mich, dass ein großer Rollleinenhersteller sogar auf der eigenen Homepage ausschließlich mit der Halsbandbefestigung wirbt und dementsprechend viele passende Fotos zu sehen sind.

Bei Schleppleinen wird ja schließlich auch immer darauf hingewiesen, dass diese ausschließlich am Brustgeschirr befestigt werden dürfen und es macht für mich ehrlich gesagt keinen Unterschied, ob der Hund an einer 8 oder 10 Meter langen Rollleine abrupt gebremst wird oder ob er an einer 10 Meter langen Schleppleine plötzlich am Weiterrennen gehindert wird.

Warum nutzen wir gerne unsere Rollleine?

Wir haben unsere Rollleine eigentlich schon von Anfang an, da Boerne – als typischer Angsthund – die erste Zeit überhaupt nicht frei laufen konnte. Auch heute gibt es noch Phasen, in denen er sich vor Kleinigkeiten erschreckt und sofort den kürzesten Weg nach Hause einschlägt. Ist er dann nicht an der Leine, so kann das ganz schön gefährlich für ihn ausgehen, da er über eine viel befahrene Straße rennen muss. In solchen Phasen ist die Rolleine ein absoluter Segen für uns. So kann er sich „relativ“ frei bewegen und mal vorlaufen oder mal ein bisschen länger an einer Stelle schnuppern.

Knallt es dann irgendwo, so weiß ich ihn sicher am anderen Ende der Leine. Auch jetzt in der dunklen Jahreszeit habe ich Boerne so besser unter Kontrolle. Natürlich muss man auch mit einer Rollleine sehr aufmerksam sein. Vor allem, wenn sich Fahrradfahrer ganz leise – und die können sich wirklich sehr sehr leise fortbewegen – plötzlich von hinten angerast kommen und das dünne Seil der der Leine nicht sehen. Damit ich solch eine Überraschung nicht erlebe, mache ich mich auf den Feldwegen möglichst breit und laufe in der Mitte und fordere den Radfahrer so automatisch auf, seine Klingel zu benutzen.

Bisher muss ich aber wirklich sagen, dass wir mit dieser Leine keine schlechten Erfahrungen gemacht haben und wir sie gerne nutzen, wenn Boerne mal etwas ängstlicher ist und nicht frei laufen kann.

Wie seht ihr das? Habt ihr eine Schleppleine und/oder eine Rollleine für eure Hunde? Wie befestigt ihr sie und warum? Oder findet ihr diese Leine doof und euer Hund bleibt an der kurzen Leine oder kann immer freilaufen?


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4 Kommentare

  1. Hallo Steffi,

    ich habe beides zu Hause. Vermehrt nutze ich die Schleppleine (10m) , die aber nur auf dem Boden mitschleift. So läuft Tabu „frei“ ich kann aber immer noch eingreifen wenn die Lust nach Reh wieder größer ist.

    Die Roll-Leine nutze ich eigentlich nur, wenn ich Nachbarhund zur Pflege habe und ich mit beiden laufe. Da hab ich beide besser unter Kontrolle und da einer Linksläufer und einer Rechtsläufer ist null Problem.

    Festgemacht sind beide Leinenvarianten am Geschirr, eben auf Grund des Losstartens und Reinrennen.

    Liebe Grüße

    Melanie & Tabu

  2. Ich nutze Roll-Leinen auch sehr häufig – und ich muss gestehen, bei mir werden sie auch mal am Halsband befestigt. Allerdings nur weil ich mir sicher bin, dass kein Hund wirklich in die Leine rennt – und weil meine Hunde nicht immer Geschirr tragen.
    Meistens bin ich mit ganz einfachen 2m Leinen unterwegs – aber es gibt Momente, da möchte man den Hunden doch auch Freiheit bieten, braucht aber für sich selbst die Sicherheit einer Leine … oder es ist einfach Vorschrift. Mit Schleppleinen komme ich nicht zurecht – ich mag es nicht die ev. feuchte, matschige und verdreckte Leine dann einzusammeln und ich finde es bei zwei Hunden auch nicht wirklich gut händelbar 🙂

    Jede Leine hat Vor- und Nachteile … es kommt immer auf das Mensch-Hunde-Gespann an, wie sie funktioniert.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

  3. Ich überlege schon lange, ob ich mir eine RollLeine zulege. Sie haben in der Tat keinen guten Ruf, aber die genannten Vorteile sprechen für sich. Inzwischen gibt es sie ja auch in Signalfarben und etwas breiter, so dass die Leine besser zu erkennen ist. Diesen Winter ist sie fällig – spätestens zu Silvester!

  4. Hallo Steffi,

    obwohl ich die RollLeine echt nicht mag, besitze ich auch eine und nutze sie hauptsächlich im Urlaub. Im März waren wir auf Rügen und da konnte ich sie nicht wie zu Hause immer frei laufen lassen. Auch die Schleppleine, die ich sonst sehr gerne nutze, wollte ich in unbekanntem Terrain nicht verwenden. Tja, so kam die RollLeine zu ungeahnten Ehren und war quasi meine Dauerleine. Ich mag sie aber eigentlich nicht, weil ich den Kasten in der Hand verabscheue. Übrigens trägt Shiva in der Fremde immer ein Geschirr, weil ich sie so auch besser absichern kann. Sie ist ein ehemaliger Angsthund und ab und zu kann es ja doch mal vorkommen, dass sie vor etwas Angst bekommt und da hab ich sie an der verhassten RollLeine sicher.
    Meine Eltern gehen mittags immer mit ihr Gassi und die nutzen sie sehr gerne. Da sie dort auch ausschließlich am Geschirr läuft, ist es mir ehrlich gesagt egal.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva

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