Boerne kommt aus Rumänien!

Wie wir auf Boerne aufmerksam geworden waren, habe ich euch hier schon erzählt, allerdings noch nicht viel über seine Herkunft. Die Pflegestelle von Boerne konnte uns damals nicht viel über ihn sagen. Wir wussten nur, dass er aus Rumänien kam und als wir ihn kennenlernten ca. 2 Monate in Deutschland bei der Pflegestelle (zusammen mit sehr vielen anderen Hunden) lebte. Ok, erstmal reichte uns das dann auch. Boerne durfte bei uns einziehen und nach und nach lernten wir ihn und seine manchmal doch recht merkwürdigen Eigenschaften kennen. Wir konnten nicht ahnen, was genau mit ihm passiert war und wo er seine ersten beiden Lebensjahre genau verbracht hat. Wir merkten nur schnell, dass er ein “kleines” Problem mit Männern hatte. Das ist auch gar nicht so leicht in den Griff zu bekommen.

Zum Glück konnten wir erreichen, dass Boerne uns nach seiner ersten Unsicherheit Schritt für Schritt anfing zu vertrauen. Das war ein ganzes Stück Arbeit und auch heute – 4 Jahre später – haben wir seine Angst noch nicht ganz ausschalten können. Aber es bessert sich Tag für Tag und das ist die Hauptsache.

Nachdem Boerne fast ein Jahr bei uns war, entschieden wir uns dafür, ihn das erste Mal mit zu Veranstaltungen zu nehmen. Das hört sich jetzt nach vielen Menschen an, aber beim ersten Mal, war es ein relativ kleines Fest eines Tierschutzvereins aus unserer Stadt mit ein paar Ständen. Auch war der Veranstaltungsplatz etwas außerhalb gelegen und Hunde natürlich herzlich willkommen.  Daher hatten wir schnell den Entschluss gefasst, dass es für Boerne mal ein ganz gutes Training sein könnte. Wenn es zu viel für ihn wäre, könnten wir ja sofort wieder ins Auto springen und nach Hause fahren. Doch was dann vor Ort passierte, können wir heute noch nicht ganz glauben! 😉

Wir erlebten eine große Überraschung

Angekommen beim Tierschutzfest, war noch ziemlich wenig los, was für uns natürlich perfekt war. Auch konnte ich schon sehen, dass zwischen den Ständen recht viel Platz war, so dass wir gut mit Boerne vorbeilaufen konnten, ohne dass er zu nah an fremden Menschen vorbeigehen musste. Wir liefen also recht entspannt über den Platz. Boerne blieb dicht an unserer Seite und schnüffelte – für seine Verhältnisse sehr freudig – an anderen Hunden, die an uns vorbeikamen. Durch die wenigen Menschen war er für seine Verhältnisse ziemlich entspannt, bis plötzlich ein paar junge Frauen mit Tränen in den Augen auf uns zustürmten. “Der sieht ja aus wie Dave!”, rief eine der Frauen und innerhalb weniger Sekunden versammelte sich eine kleine Gruppe um uns und unseren ängstlichen Hund. Ich glaube ich muss ziemlich blöd geguckt haben, als ich den Namen Dave hörte, denn so hieß Boerne früher in Rumänien. Woher Bitteschön sollte jemand diesen Namen kennen? Und unseren Hund mit diesem Namen ansprechen? Hier in Deutschland, weit weg von der Pflegestelle und noch viel weiter weg von Boernes Heimat?

Naja, ganz schnell stellte sich heraus, dass sich ein Teil der Menschen um uns herum um Boerne gekümmert hatte, als er noch in Rumänien war und wir ihnen zu verdanken hatten, dass er nach Deutschland reisen durfte, um ein neues Zuhause zu finden. Das war so verrückt! Erstaunlich war, wir ruhig Boerne die ganze Zeit reagierte, sich von den Tierschützern streicheln lies und auch eine ganze Fotosession mitgemacht hat. 😉 Vielleicht hat er die lieben Menschen wiedererkannt?! Wir hatten jetzt auf jeden Fall die Möglichkeit noch ein bisschen mehr über ihn zu erfahren. So konnte man uns unter anderem sagen, dass er die meiste Zeit seines Lebens – zusammen mit seinen Geschwistern – in einem rumänischen Tierheim verbracht hat. Da ist er aber leider völlig verschüchtert untergegangen war und so beschlossen die Tierschützer ihn möglichst schnell nach Deutschland ausreisen zu lassen und zu vermitteln.

Jetzt bekamen wir sogar Fotos aus Rumänien

Ein paar Wochen später bekamen wir dann auch noch einige Fotos von seiner Zeit im Casa Cainelui zugeschickt. Auf dem ersten Foto ist Boerne unter der Hütte versteckt. Auf dem zweiten Bild sind seine Geschwister zu sehen.

 

Es ist furchtbar, seinen eigenen Hund so hinter Gittern zu sehen. Ich bin sehr froh, dass er jetzt keinen Zwinger mehr von innen sehen muss! Achja und ein Foto von seinem “möglichen” Vater haben wir auch noch bekommen. Die langen Beine hat Boerne auf jeden Fall nicht von ihm. 😉

Wurde euer Hund auch schonmal auf der Straße erkannt? Das war wirklich verrückt! 😉

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6 Kommentare

  1. Eine tolle ergreifende Geschichte.
    Unsere kleine” Rumänienräuberin” hat auch extrem Angst vor Männern. Wir versuchen alles Mögliche und es wird sehr langsam besser.
    Viel Freude weiterhin mit Deiner Fellnase.
    Liebe Grüsse
    Dörte

    1. Hallo Dörte,

      ja man sehr viel Geduld und Zeit mitbringen. Es wird dann mit der Zeit besser, aber ich glaube nicht, dass die Angst ganz verschwindet.
      Vielleicht habt ihr Glück! 🙂
      Liebe Grüße
      Steffi

  2. Hallo Stefanie, sehr schön die Geschichte von Boerne. Das er erkannt wurde hattest du uns schon mal erzählt. Aber die Bilder von ihm aus Rumänien kannten wir noch nicht und das ihr ihn schon wieder 4 Jahre habt, hat Christian doch erstaunt. Liebe Grüße und ein schönes Restwochenende C&K

    1. Hallo Kerstin & Christian,

      ja so lange ist Boerne nun schon bei uns. 😉 Ich glaube, er hat sich auch inzwischen ganz gut eingelebt! Die Fotos sind furchtbar, aber zum Glück muss er jetzt nicht mehr hinter Gittern leben! 🙂

      Liebe Grüße
      Steffi

  3. Was für ein unglaublicher Zufall … und wie schön, dass ihr so doch etwas mehr über Boerne erfahren konntet. Ich kann mir vorstellen, wie furchtbar es für Dich sein muss, die Bilder gesehen zu haben – und wie gut zu wissen, dass es Boerne jetzt gut geht bei euch.
    Auch Cara ist aus Rumänien und wir wissen nur, dass sie wohl noch mit geschlossenen Augen auf der Strasse gefunden wurde und dann eine zeitlang aufgepäppelt wurde, beovr sie dann in die Zwingeranlage des Tierheims kam. Woher sie die gebrochenen Rippen hat und ihre Angst vor Männern ist auch nicht klar – denn sie kam schon mit vier Monaten nach Deutschland und zog einen Monat später bei uns ein!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

  4. Auf der Straße erkannt wurde unsere Lima, eine Galgo Español Dame, die aus der spanischen Tötung gerettet wurde, nicht. Aber beim Urlaub auf Korsika gab es eine Situation, in der eine ältere Spanierin aus einer Reisegruppe auf uns zukam, Lima streichelte und zu uns mit Tränen in den Augen immer wieder “Gracias Gracias” sagte. Sie wusste also offensichtlich, welche Qualen die Windhunde in Spanien erleiden und war froh, dass Lima es aus dem Elend hinaus in ein besseres Leben geschafft hatte.

    Herzliche Grüße
    von
    Kerstin

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