Reisen mit Hund nach England & Schottland

Schnell stand für uns fest, dass wir dieses Jahr unseren Sommerurlaub in Schottland verbringen möchten. Hund Boerne darf bei so einer Reise mit vielen Wanderungen in der Natur natürlich auch nicht fehlen. Also recherchierte ich vorab im Internet, wie wir unsere Reise mit Hund am besten gestalten können.Schnell stand für uns fest, dass wir dieses Jahr unseren Sommerurlaub in Schottland verbringen möchten. Hund Boerne darf bei so einer Reise mit vielen Wanderungen in der Natur natürlich auch nicht fehlen. Also recherchierte ich vorab im Internet, wie wir unsere Reise mit Hund am besten gestalten können. Dies war allerdings gar nicht so leicht, da ich wenig Erfahrungsberichte finden konnte. Daher schreibe ich hier nun selber von unseren gesammelten Erfahrungen.

Darf man mit einem Hund überhaupt nach Großbritannien reisen?

Zunächst stellte sich die Frage: Dürfen wir unseren Hund überhaupt mit nach Großbritannien nehmen? Und diese Frage ließ sich zum Glück schnell mit einem eindeutigen JA beantworten. Zuletzt wurden die Bestimmungen 2012 weiter gelockert und lange schon müssen die Tiere nicht mehr vorher in Quarantäne.

Es gilt nur einige Dinge zu beachten:

  1. Der Hund benötigt einen gültigen EU-Heimtierausweis.
  2. Der Hund muss natürlich gechippt sein.
  3. Ebenso muss der Hund gegen Tollwut geimpft sein. Mindestens 21 Tage vor der Einreise.
  4. 5-1 Tage vor der Reise muss der Hund beim Tierarzt entwurmt werden. Dieser muss die Entwurmung natürlich auch im Ausweis des Hundes vermerken.

Besondere Bestimmungen gelten allerdings für die Hunderassen Pitbull Terrier, Japanese Tosa, Dogo Argentino, Fila Brasileiro oder Hunde, die diesen Rassen vom Aussehen her ähnlich sind.

Hier findet ihr weitere Informationen zur Einreise mit diesen Hunderassen.

Wie gelangen wir nun auf die Insel?

Fahren wir mit dem Auto oder mit der Bahn? Fliegen wir? Mieten wir ein Auto? 

Als erstes schied natürlich das Flugzeug aus. Das wollten wir unserem ängstlichen Boerne nicht zumuten. Auch umständlich mit der Bahn wollten wir nicht fahren. Inkl. Gepäck für 3 Wochen + Futter & Co. für unseren Hund hätten wir doch sehr viel zu schleppen gehabt. Daher entschieden wir uns letztendlich dafür, mit unserem eigenen Auto zu fahren. Das kennen wir schließlich und mit diesem Auto fühlen wir uns wohl.

Fähre oder Eurotunnel?

So mussten wir uns nur noch überlegen, wie wir mit unserem Auto am entspanntesten übersetzen konnten. Die Fähren schieden dann doch schnell aus, da wir zum damaligen Zeitpunkt auf der mehrstündigen Fahrt Boerne hätten im Kofferraum unseres Autos lassen müssen. Inzwischen soll es dort wohl einzelne Kabinen geben, die zulassen, dass der Hund während der Überfahrt mit im Zimmer bleiben darf. Bleibt dennoch die Frage, wie toll es für das Tier ist in eine Art Katzenklo zu machen. Aber das muss natürlich jeder selber für sich und sein Tier entscheiden. Es gibt sicherlich auch Hunde, die problemlos über mehrere Stunden ganz entspannt im Auto schlafen können.

Übrig blieb letztendlich die Fahrt durch den Eurotunnel von Calais aus und das war die beste Entscheidung, die wir hätten treffen können. Gebucht haben wir den Tunnel ganz leicht vor Ort über den ADAC. Man wählt Tag und Wunschzeit aus und bekommt die Tickets. Bezahlt haben wir im August 2017 für 2 Personen und ein Auto ca. 210 Euro für die Hin- und Rückreise + ca. 50 Euro für unseren Boerne. Das ist schon eine Menge Geld, aber wir würden keinen anderen Weg mehr wählen.

Die Fahrt durch den Eurotunnel war sehr entspannt!

Wir fuhren zeitig Zuhause los um pünktlich zum Check-In am Tunnel zu sein, da wir schon wussten, dass wir vorher noch zur Haustieranmeldung mussten. Also waren wir gegen 5 Uhr gut 2,5 Stunden zu früh in Calais angekommen. Die Pet Reception war gut ausgeschildert und daher leicht zu finden. Dort konnten wir Boerne ohne Wartezeit (wahrscheinlich war dies der Uhrzeit geschuldet) direkt anmelden. Eine nette Dame überprüfte unser Ticket und die Eintragungen im Heimtierausweis und gab mir ein Lesegerät um den Chip von Boerne auszulesen. Daraufhin bekamen wir einen Zettel, den wir gut sichtbar im Auto befestigen mussten, mit dem Hinweis, dass wir einen Hund dabei haben. Das dauerte vielleicht 5 Minuten und schon saßen wir alle wieder im Auto um zum Zug zu fahren.

Auch hier gab es eine sehr gute Beschilderung und wir konnten uns schnell auf dem Gelände des Eurotunnels zurecht finden. Das Kennzeichen unseres Autos wurde an einer Schranke gescannt und wir konnten uns an einem Touchscreen aussuchen, ob wir schon mit einem früheren Zug fahren möchten. Das nahmen wir natürlich gerne an und es wurde ein Ticket ausgedruckt, das wir gut sichtbar an den Rückspiegel hängen mussten.

An der nächsten Station wurden dann unsere Ausweise kontrolliert und die Fahrt in den Zug war frei. Es war zu dieser frühen Stunde sehr leer und die Abwicklung funktionierte ohne Probleme und vor allem ohne Wartezeiten. Man fährt mit dem Auto auf einen geschlossenen Zug, der einen innerhalb von ca. 30 Minuten sicher unter dem Ärmelkanal durchfährt. Die Fahrt im Zug war  wirklich sehr entspannt. Boerne konnte weiterschlafen und wir konnten aussteigen und ein paar Schritte im Wagon auf und ab gehen oder auch im Auto sitzen bleiben.

Der Eurotunnel ist sehr hundefreundlich!

In Folkstone angekommen gab es noch eine kleine eingezäunte Hundewiese auf der Boerne sich kurz die Beine vertreten konnte.

3 Wochen später ging es für uns wieder zurück. Auf der Rückfahrt gab es natürlich keine Pet Reception mehr, dafür eine sehr große Hundewiese und eine kleinere „Only for girls“ ;-). Die Hundewiesen (natürlich eingezäunt) waren super ausgestattet mit Agility Parkur, frischem Trinkwasser, Hundebeuteln + Mülleimer und einem kleinen „Wartehäuschen“ mit Bank für die Menschen.

Natürlich gab es für die Menschen auch einen Duty Free Shop und verschiedene Restaurants. Allerdings mussten Hunde in diesem Bereich leider vor der Tür warten. Wenn man zu zweit ist kein Problem, alleine hätte an diesem sonnigen und warmen Tag unserer Rückreise allerdings keiner von uns dem Hund zumuten können im Auto auf uns zu warten, während wir uns im Shop und den Restaurants umsehen.

Fazit

Ich kann euch die Reise durch den Eurotunnel auf jeden Fall empfehlen, wenn ihr einen oder mehrere Hunde dabei habt. Die geringen Mehrkosten im Vergleich zur Fähre lohnen sich auf jeden Fall! Der Hund muss nicht alleine im Auto bleiben und die Hundewiesen sorgen dafür, dass der Hund sich während der langen Autofahrten auch mal richtig austoben kann.

So sieht unsere Rundreise durch England und Schottland aus. Was muss Boerne alles mitnehmen?

 

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17 Kommentare

  1. Ich bin grad begeistert diesen Artikel gefunden zu haben. Mein Mann und ich haben erst vor ein paar Tagen beschlossen das uns die nächste Reise nach Schottland führen wird. Leider kommen wir frühestens 2019 dazu, da wir uns doch 4 Wochen Zeit nehmen wollen. Dann aber mit zwei Hunden und Wohnwagen. Wir brauchen halt nach Calais von Salzburg aus schon eine kleine Ewigkeit und ich möchte nicht zu lange Strecken am Stück fahren, da unser Großer nicht so begeistert vom Auto fahren ist.
    Hast du vor auch noch etwas zu England und Schottland mit Hund zu schreiben? Würde mich sehr interessieren 🙂
    Liebe Grüße,
    Julia und Odin

    1. Danke für deinen lieben Kommentar! Ich schreibe auf jeden Fall noch einiges zum Thema „England & Schottland mit Hund“. Schau doch einfach in den nächsten Tagen nochmal vorbei 🙂 Man kann die Hund dort auf jeden Fall super mitnehmen, da man dort einfach total hundefreundlich ist :-). Es lohnt sich auf jeden Fall! Ein paar Tipps zum Autofahren mit Hunden, werde ich auch noch geben!

  2. Hallöchen!
    Erstmal: Boerne ist ein toller Name! Ich finde deine Beschreibung großartig. Schottland ist mein Traumreiseziel und mit dem Auto durch den Tunnel wäre perfekt. Shiva liebt ihre Box im Auto und pennt da perfekt durch. Das ist dann doch um einiges unkomplizierter, als ich gedacht hätte.

    Flauschige Grüße
    Sandra und Shiva

  3. ooooooh! Was für ein toller Beitrag!
    Ich träume schon lange davon mit meinen Hunden und meinem Mann mal eine Tour durch Schottland zu machen. Gut zu wissen dass es durch den Tunnel relativ entspannt ist!

    ich hoffe dass wir evtl 2019 unseren Plan dorthin zu reisen mal umsetzen können 🙂

    Viele liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy

    1. Hallo Steffi, Ren & Stimpy,

      plant die Reise auf jeden Fall! Es lohnt sich! In den nächsten Wochen gebe ich hier auch noch einige Tipps mehr, was man mit Hunden in Schottland unternehmen kann, wo man am besten unterkommt und was man auf jeden Fall gesehen haben muss :-)!
      Liebe Grüße
      Steffi

  4. Warum wird man denn Rückzu im Zug nicht kontrolliert?
    Danke für den Beitrag, wir sind bisher Fähre gefahren, doch wahrscheinlich werde ich auch ein mal den Tunnel probieren.

    Viele Grüße,
    Sandra

    1. Hallo Sandra,
      man wird auf der Rückfahrt kontrolliert. Nur der Hund spielt dabei keine Rolle. Die Einreisebestimmungen nach England sind für Hunde deutlich härter als die nach Frankreich. Daher muss man den Hund auf der Rückfahrt nicht noch extra vorzeigen und den Chip auslesen lassen :-).

      Habt ihr denn gute Erfahrungen mit der Fähre gemacht? Welche Fähre habt ihr genommen?

      Für uns war die Fahrt durch den Tunnel die optimale Lösung :-)!

      Viele Grüße
      Steffi

  5. Toller Bericht, wir haben uns auch überlegt ob wir Fähre oder Tunnel nehmen. Ich hab mehr zum Tunnel tendiert und ich glaube so werden wir es auch machen. Muß der Hund eigentlich in eine Box,oder reicht es wenn er im abgetrennten Kofferraum sitzt?

  6. Hallo Steffi, vielen Dank für den tollen Bericht! England bzw. Schottland steht auch schon länger auf unserer Urlaubswunschliste. Da wir mit 2 Mottorrädern, eins mit Beiwagen, und 4 Jack Russel Terriern unterwegs sind, hatten wir auch schon über den Tunnel nachgedacht, hatten aber etwas Bammel vor den ganzen Formalitäten und wie bzw. wo die Hunde letztendlich reisen können. Jetzt werden wir uns doch noch einmal mit dem Reiseziel genauer auseinandersetzen und deinem Bericht noch ein bisschen folgen.

    1. Danke Steffi für die Info. Wir haben den Kofferraum natürlich auch mit einem Trenngitter abgesichert. Ich hatte nur irgendwo mal gehört das man angeblich eine Box bräuchte. Bin froh das es nicht so ist. Somit steht unserem Schottland Urlaub mit Hund eigentlich nichts mehr im Wege. .

  7. Ein toller Bericht mein Mann und ich wollen im September auch nach England. Da hab ich jetzt noch eine Frage kommt man da mit einer Tollwut impfen wo drei Jahren gültig ist rein? Oder hat dein Hund die jährliche Tollwut Impfung? LG

    1. Hallo Miriam,
      für uns geht es in diesem Jahr auch wieder nach England! 🙂
      Boerne hat die 3 jährige Tollwutimpfung. Das war überhaupt kein Problem. Zur Sicherheit würde ich aber vorher auf den Fall noch zum Tierarzt fahren. Die Entwurmung muss ja auch von einem Tierarzt durchgeführt werden. 🙂

      Liebe Grüße
      Steffi

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