Auch mal nah am Abgrund!

Berge in Samnaun

Nachdem wir bereits mehrmals in Samnaun zum (zollfreien ;-)) Shoppen waren, wollten wir auch unbedingt dort wandern. Wir entschieden uns mit der Twinliner- Seilbahn auf den Berg zu fahren und von dort aus ins Tal zu wandern.

Bei der Twiliner-Seilbahn handelt es sich um die weltweit erste Doppelstock-Seilbahn die in Betrieb genommen wurde. Sie startet bei 1778 m ü. M. in Samnaun-Ravaisch und bringt einen bis auf 2500 m ü. M., auf den Alp Trida Sattel. Von oben aus sollte man einen wundervollen Blick über die Berge haben.

Rauf geht’s durch die Wolken

Für die Bergfahrt haben wir pro Person 19 CHF bezahlt (auch die Zahlung in Euro ist kein Problem). Boerne durfte so mitfahren und musste zum Glück nicht einmal einen Maulkorb tragen. Die Fahrt nach oben war dann aber leider für uns sehr unspektakulär, da wir fast durchgehend durch Wolken fuhren und somit nichts sehen konnten. Bei schönem Wetter lohnt sich die Fahrt aber bestimmt richtig – könnte ich mir vorstellen. 😉 Natürlich schossen wir noch schnell ein Foto aus der Seilbahn, bevor wir in den Wolken verschwanden.

Boerne fand die Gondelfahrt nicht so super angenehm, da es zwischendurch schon ein bisschen wackelte. Er war froh, als er wieder festen Boden unter den Pfoten hatte.

Oben angekommen war das Wetter leider auch nicht wirklich besser, aber immerhin trocken und ein paar Meter weit konnten wir auch gucken, daher wanderten wir einfach mal los. Die passende Route zurück ins Tal hatten wir uns zuvor auf unserer Karte herausgesucht. Der Weg führte uns zunächst auf einer breiten Schotterstraße wenige Minuten Richtung der Sessellift-Stationen Viderjoch und Greitspitz, die nur im Winter in Betrieb sind. Kurz bevor wir die Sesselliftstationen erreicht hatten, führte von nun an ein schmaler Weg hinunter ins Tal. Die Strecke ist übrigens sehr gut ausgeschildert und der Weg gut markiert. Trotzdem ist es natürlich immer wichtig, eine eigene Karte dabei zu haben, da man sich nicht darauf verlassen sollte.

Kaum hatten wir den Weg ins Tal betreten, fing es dann auch schon an zu regnen. Gleichzeitig zogen auch immer mehr Wolken aus dem Tal auf und versperrten uns in Sekundenschnelle den wunderschönen Blick in die grünen Berge, den wir eigentlich gehabt hätten. Ein kleines Foto habe ich an dieser Stelle noch für euch, damit ihr euch ein eigenes Bild machen könnt.

Schön war’s trotzdem

Für Boerne bedeuten diese schlechten Sichtverhältnisse natürlich, dass er an die Leine gehörte, bevor der Tollpatsch irgendwo runterkullerte oder abrutschte. Wir kennen ja unseren Hund und manchmal läuft er so verträumt durch die Gegend, dass ihm gar nicht auffällt, dass plötzlich ein großer Felsen im Weg steht oder eben auch ein Abgrund vor ihm auftaucht.

Gleichzeitig wurde der Weg durch den Regen immer matschiger, glitschiger und somit extrem rutschig. Auch ging es zwischendurch immer mal wieder sehr steil bergab. Eine gute Konzentration war hier bei den Wetterverhältnissen auf jeden Fall sehr wichtig, da man sonst schnell vom schmalen Pfad abrutschen konnte. Ab und zu verzog sich der dichte Nebel und wir konnten einen kurzen Blick auf die wunderschöne Natur werfen. An diesen Stellen konnten wir uns prima einen Überblick verschaffen und Boerne durfte ab und an auch mal alleine laufen.

Das änderte sich aber, nachdem wir auf eine Stelle trafen, die wir vielleicht nicht nochmal mit Boerne passieren würden.

Unser Hund hat da so eine doofe Angewohnheit. Hat man ihn an der lockeren Leine läuft er super mit. Spannt man die Leine an, so dass er ganz eng neben oder hinter einem laufen muss, dann zieht er wie ein Verrückter in die andere Richtung. Dumm ist es dann, wenn man im strömenden Regen an einem tosenden Wasserfall einen ganz schmalen Weg (ca. 40cm) an einem metertiefen Abgrund entlang hangeln, sich an einem am Fels angebrachten Seil festhalten und gleichzeitig den Hund sichern muss, der Richtung Abgrund zieht. Das alles wäre ja noch halb so wild, wenn es auf den 40 Metern dann nicht noch gedonnert hätte. Donner in den Bergen! Das ist dann doch was ganz anderes, als bei uns auf dem platten Land. Und die Angst, dass ein Gewitter hier aufziehen würde, war doch deutlich da. Komischerweise hat Boerne – obwohl er sich sonst bei Gewitter unterm Bett versteckt – nicht einmal gezuckt. Braver Hund! Das war dann doch ein bisschen zu viel Abenteuer und alles was danach kam, war ein Kinderspiel. 😉

Endlich wurde das Wetter besser

Insgesamt sind wir die anstrengende Passage in 2 Stunden gewandert. Das war wirklich flott, aber wir wollten das Stück auch relativ zügig hinter uns bringen, da nicht klar war, in welche Richtung das Gewitter zog. Zum Glück war es scheinbar auf der anderen Seite des Berges. Irgendwann erreichten wir dann wir dann wieder einen breiten Weg. Den Pflanzenlehrpfad von Samnaun. Auf diesem Weg stehen verschiedene Informationstafeln mit Informationen zu den dort wachsenden Pflanzen.

Hier hörte es dann auch zum Glück auf zu Regnen und die Sonne ließ sich blicken. Der restliche Weg bis ins Tal war dann wirklich sehr entspannt. Boerne konnte frei laufen, wir hatten einen Überblick über unseren Weg und konnten sogar noch eine kurze Pause einlegen.

Auch wenn es auf dem Bild nicht so aussieht. Boerne hat auch etwas zu fressen bekommen. Aber er hasst es halt, nass zu sein. Wasser von oben ist immer doof!

Froh waren wir dann doch, als wir in Samnaun-Ravaisch zurück waren und aus der Ferne unser Auto sehen konnten. Ich glaube sogar Boerne war plötzlich viel schneller unterwegs.

Ob wir diese Wanderung mit Hund nochmal machen würden? Maximal bei sehr sehr gutem Wetter, wenn es Tage vorher schon schön trocken und sonnig war. Bei diesem Wetter definitiv nicht.

Seid ihr schon in Samnaun gewandert?

Wurdet ihr schon einmal in den Bergen vom Gewitter oder Regen überrascht?

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