|Dogblogger Adventskalender| Last Minute Tipps gegen den Silvesterstress beim Hund

Ich weiß, dass viele Nicht-Hundebesitzer es für Quatsch halten, dass wir Hundebesitzer über dieses Thema überhaupt sprechen. Aber unsere Hunde können nun einmal nicht verstehen, dass deutlich Zeichen, die normalerweise für Gefahr stehen – wie ein lauter Knall oder ein Lichtblitz – plötzlich den Spaß der Menschen darstellen soll. Es ist doch irgendwie jedes Jahr das Gleiche: Neigt sich das Jahr langsam dem Ende entgegen, so steigt auch direkt die Sorge um den Hund, vor dem Jahreswechsel. Ich erinnere mich noch sehr gut an unsere erste Silvesterfeier mit Boerne. Boerne war das ganze Jahr über schon sehr ängstlich und so war klar, dass er auch vor der bevorstehenden Knallerei an Silvester Angst haben musste. Also wurde das ganze Haus kurz vor Mitternacht abgeriegelt. Niemand kam mehr rein (oder raus) alle Rollladen wurden geschlossen und der Fernseher aufgedreht. Das hat auch ganz gut geklappt. Man hat Boerne zwar angemerkt, dass er den ganzen Aufwand nicht verstanden hat, aber er war zumindest nicht aufgeregter, als an anderen Tagen.

Im zweiten Jahr haben wir es dann entspannter angehen lassen und uns relativ normal verhalten. Boerne war auch in diesem Jahr ein bisschen aufgeregt, aber es hätte schlimmer kommen können. Im dritten Jahr dann, hatten wir u.a. Hundebesuch an Silvester und leider zeigte sich, dass der sonst so ausgeglichen Hundekumpel furchtbare Silvesterpanik hatte. Das färbte dann wohl auf Boerne ab und so haben wir seitdem schon Tage vor Silvester ein richtiges Nervenfellbündel bei uns – wenn in der Nachbarschaft die ersten Kinder ihre “Errungenschaften” zur Explosion bringen.

Die Angst äußert sich schon Tage vorher

Schon Tage vor Silvester (bei uns geht es ungefähr am 27.12. los) sind Spaziergänge mit Boerne nicht mehr so gut möglich. Er erschreckt sich schnell und gerät auch mal gerne in Panik. Dann zieht er wie verrückt an der Leine. An schlechten Tagen, versucht er sich sogar von der Leine zu befreien. Daher habe ich nun meinen ersten Tipp für euch: Sichert den Hund doppelt. Bei uns ziehen wir Boerne sein Geschirr an und er bekommt zusätzlich noch ein Halsband an. Beides verbinden wir mit der Leine.

So gesichert ist es für Boerne unmöglich sich zu befreien. Sollte er doch mal ausbüxen können, dann hat er am Halsband noch seinen GPS Tracker. Hier können wir mit dem Smartphone in Echtzeit sehen, wo er sich gerade befindet und ihn dementsprechend zeitnah einfangen. Wichtig ist natürlich, dass der Akku vom GPS-Tracker immer aufgeladen ist, denn die Nutzungsdauer pro Akkuladung ist auf wenige Tage beschränkt. Aber das sollte kein Problem sein.

Ein weiteres Hilfsmittel haben wir vor ein paar Monaten schon vorsorglich getestet. Hundekekse mit CBD. Der Stoff Cannabidiol soll beim Hund eine beruhigende Wirkung hervorrufen. Die verschiedenen Anbieter legen den Leckerchen eine Fütterungsempfehlung bei. Laut Herstellern sollen die Hunde nach einiger Zeit deutlich gelassener werden und weniger Stresssymptome aufzeigen. Wir haben die Leckerchen etwas mehr als einen Monat getestet und ja: Ich bin der Meinung, dass Boerne in verschiedenen Alltagssituationen gelassener reagiert hat. Ob es aber für den deutlich größeren Silvesterstress eine Hilfe ist, kann ich noch nicht sagen. Ein Versuch kann aber auf keinen Fall schaden und ich könnte mir vorstellen, dass man den Hund schneller zur Ruhe bringen kann.

Ausgepowert lässt sich der Krach besser ertragen

Da wir nur kurze Runden gehen, ist Boerne natürlich nicht richtig ausgepowert. Ein bisschen Tricksen oder Suchspiele im Haus machen ihn aber auch relativ schnell müde und so lässt sich die Anspannung dann ein bisschen besser ertragen. Außerdem bekommt er den leckersten Knochen, den wir finden können, damit er sich gegen Mitternacht schön ablenken kann.

Alternativ kann man natürlich auch einen Kong befüllen oder einen Leckerchenball bestücken. Da ist (fast) jeder Hund lange mit beschäftigt. Boerne liebt zum Beispiel seinen Leckerchenball heiß und innig und so können wir ihn damit zusätzlich ablenken.

Rückzugsort bauen

Hier gibt es auch verschiedene Möglichkeiten den Jahreswechsel für den Hund so angenehm wie möglich zu gestalten. Baut eurem Hund eine Höhle, in die er sich zurückziehen kann. Eine Box oder einfach nur ein Kissen unter dem Tisch.

Boerne nutzt diese Möglichkeiten nur teilweise. Gerne legt er sich bei Stress und Krach ins Arbeitszimmer unter den Schreibtisch. Dort hat er seinen persönlichen Rückzugsort und seine Ruhe, da wir den Raum rechtzeitig abdunkeln und so keine hellen Blitze vom Feuerwerk zu sehen sind, die Boerne noch zusätzlich in Stress versetzen würden.

Boerne muss nicht alleine bleiben

Einer der wichtigsten Punkte ist natürlich, dass ihr den Hund nach Möglichkeit nicht alleine lasst. Wir sind an Silvester immer mit Boerne zusammen und zwar an einem sicheren Ort, den er kennt und lassen ihn in dieser Nacht nicht alleine. So kann er – wenn die Angst zu groß wird – immer gerne zu uns kommen und sich hinter uns verstecken.

Habt ihr noch weitere Tipps für eine entspanntere Silvesternacht? Schreibt mir diese doch gerne in die Kommentare, dann können auch die anderen Leser noch davon profitieren. Ein paar Tage bleiben uns ja noch! 🙂

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