Gassigeschichte #1 – Die wandelnde Christbaumbeleuchtung

Boerne

Wenn man einen Hund hat, erlebt man doch eigentlich bei jedem Spaziergang eine typische Gassigeschichte – die eine ist lustig, andere wiederum einfach nur zum Verzweifeln. Kennt ihr das auch? Ihr geht schön gemütlich mit eurem Hund spazieren, kommt nach Hause und fragt euch: „Ist das jetzt eben wirklich passiert?“

Eine Gassigeschichte im Winter

Die erste Gassigeschichte von der ich euch erzählen möchte, passt toll zu dieser winterlichen Jahreszeit. Boerne und ich gehen unsere gewohnte Strecke entlang der Felder in unserer Nachbarschaft. Boerne schnüffelt friedlich in meiner Nähe – da er an der Leine ist, kann er auch nicht anders 😉 – und ca. 500 Meter von uns entfernt, sehe ich eine Person, scheinbar mit einem großen Hund, aufgeregt hin und her laufen. Auffällig sind verschiedene Lichtkegel in dieser Richtung. Meine ersten Gedanken sind: „Die Person hat bestimmt etwas verloren? Vielleicht sucht sie etwas? Vielleicht ist ein Tier weggelaufen?“ Es ist draußen noch recht hell und warum sollte man sonst mit Taschenlampen in der Mittagszeit unterwegs sein?

Also gehe ich einen Schritt schneller, um vielleicht helfen zu können. Als ich mit Boerne näher komme, kann ich erkennen, dass es sich bei der Person um eine Frau handelt, die einen größeren Hund an der Leine hat und plötzlich – mit Hund – ins Gebüsch springt! Je näher wir ihnen kommen, um so weiter verschwindet sie mit ihrem Tier auf das angrenzende Feld. Als wir ungefähr auf ihrer Höhe sind, schreit sie mich hell erleuchtet aus dem Feld an: „Sie haben kein Licht an? Ich habe Sie gar nicht kommen sehen! Wissen Sie eigentlich wie gefährlich das ist?“

Sie hat mich nicht kommen sehen? Seit einigen Minuten beobachte ich, wie sie sich scheinbar vor uns verstecken will und sie hat uns nicht kommen sehen??? Ich habe kein Licht an??? Ich bin zu Fuß unterwegs! Es ist noch hell draußen! Und sie muss mich schon von weitem gesehen haben, sonst hätte sie sich ja nicht so lange das perfekte Versteck suchen können. Naja, ich bin dann einfach mit Boerne weitergelaufen, verlies die dauerblinkende Dame und Madame rief noch einige wüste Beschimpfungen hinter uns her. Und wie hat ihr Hund reagiert? Gar nicht. Den hat diese Begegnung überhaupt nicht interessiert und er scheint den hysterischen Tonfall seines Frauchens sehr gut zu kennen.

Ich gebe ja zu, dass ich mir schon richtig das Lachen verkneifen musste. Das Bild war einfach zu komisch! Die Dame blinkt am ganzen Körper! An Armen und Beinen trägt sie jeweils kleine rote Blinkies. Auf dem Kopf eine weiße Stirnlampe und in der Hand eine grelle Taschenlampe. Ihr gefleckter Hund trägt neben einem Leuchthalsband noch grüne Blinkies am Geschirr. Die Weihnachtsbeleuchtung kann die Frau sich auf jeden Fall in diesem Jahr sparen ;-). Gerne hätte ich für euch ein Foto gemacht, aber das hätte die Dame dann wahrscheinlich überhaupt nicht mehr lustig gefunden ;-).

Leuchthalsbänder sind in der Dunkelheit sinnvoll

Natürlich ist es grundsätzlich wichtig, vor allem in der dunklen Jahreszeit Hund und Mensch sehr deutlich zu kennzeichnen. Man muss es aber auch nicht übertreiben und so solange es hell ist und ich nicht im dunklen Wald spazieren gehe, finde ich die Reaktion der Frau mehr als übertrieben.

Bei Hunden kann man in der Dunkelheit auf einfache Leuchthalsbänder zurückgreifen, die schon aus der Ferne sichtbar machen, dass sich dort ein Tier nähert. Vor allem, wenn man den Hund freilaufen lässt, macht es Sinn das Tier so sichtbar zu machen, damit auch andere Hundebesitzer, Radfahrer, Fußgänger usw. gewarnt sind. Auch ich gehe dann gerne mit einer Taschenlampe spazieren. Nicht nur um gesehen zu werden, sondern auch um selbst genug zu sehen. Wir haben für Boerne 2 verschiedene Leuchthalsbänder (natürlich braucht er nur eines anziehen;-)) und ein Blinki am Geschirr. Leider haben wir hier noch nicht die optimalen Hersteller gefunden und die Dinger gehen daher immer nach kurzer Zeit kaputt. Auch mit dem langen Fell von Boerne ist es schwierig, für ihn ein perfektes Halsband zu finden, da sich sein Fell nach ein paar Schritt darüber legt und man das Leuchten so nicht mehr gut sieht.

Meist lasse ich Boerne, wenn es zu dunkel ist auch nur an der Leine laufen, da ich ja nie wissen kann, ob mir im dunkeln vielleicht doch plötzlich jemand entgegenkommt und wir im schlimmsten Fall z.B. einem Radfahrer ohne Licht und Klingel nicht mehr ausweichen können.

Kennt ihr eine solche Gassigeschichte mit panischen Hundehaltern auch? Wie hättet ihr in der Situation reagiert? 

 

 

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5 Kommentare

  1. 😀 die Geschichte ist echt genial. Gibt schon schräge Leute. Aber eigentlich hab ich mir grad nur gedacht, der arme Hund mit so einem Frauchen…
    Bei Odin verschwindet auch alles im Fell. Er hat eine Warnweste. Schaut zwar ziemlich dämlich aus, erfüllt aber den Zweck.
    Liebe Grüße,
    Julia und Odin

    1. Oh ja! Man lernt mit der Zeit die verrücktesten Leute kennen 😉

      Über eine Warnweste habe ich noch gar nicht nachgedacht, aber etwas neues, was blinkt muss auch noch her ;-).

      Liebe Grüße
      Steffi

  2. Ich hatte auch das Problem mit den leuchthalsbändern weil Berti auch viel Fell hat. Nach vielem ausprobieren und sinnlosen Geldausgaben habe ich jetzt was gefunden. Die Halsbänder von leuchtie sind vermutlich bekannt – teuer und sehr gut – dazu passend gibt es sogenannte Zapfen. Die schraubt man auf die leuchtdioden drauf und dann leuchten sie auch. Da die Zapfen vom Halsband abstehen, kann man Hund auch von weitem sehen. 2 Zapfen kosten 4,80€ , das ist also nicht die Welt. Und das Halsband von leuchtie kann man per USB aufladen und ist selber schon sehr hell. Die Physiotherapeutin meines Hundes hat das Halsband schon seit 4 Jahren in Gebrauch und es funktioniert immer noch , was man von den billig-Dingern nicht sagen kann.

    1. Die Halsbänder kenne ich, aber bis jetzt habe ich sie noch nicht ausprobiert, weil ich nicht geglaubt habe, dass die etwas bringen. Da ich jetzt aber auch die Zapfen kenne, ist das wirklich mal eine Überlegung wert. Ich habe mir die Teile grade mal im Internet angeschaut! Vielen Dank für den Tipp!

      Liebe Grüße
      Steffi

  3. Also was die Haltbarkeit der Leuchties betrifft, kann ich nur Positives berichten. Das erste hatte ich vor 7 Jahren meinem früheren Hund gekauft. Funktioniert heute noch einwandfrei (aber mit Batterie – Akkus gabs damals noch nicht). Er ist damit auch mehrfach geschwommen. Absolut wasserdicht. Man muss nur beim Toben von zwei Hunden aufpassen, dass keiner am Halsband festhält. Wobei das sogar bei den alten kein Problem war, die konnte man einfach wieder zusammen bauen. Die neuen gehen leider kaputt. Es gibt jetzt noch Unterschiede. Bei den teureren ist meine ich eine LED (oder sogar 2) mehr dran. Das ist aber eher relevant, wenn man einen sehr großen Hund hat (meiner hatte ein 65-er Halsband; da sind 4 LED etwas wenig). Hatte letztes Jahr ein neues mit USB-Lademöglichkeit gekauft. Das hielt ohne neu zu laden den ganzen Winter bei jeden Tag mindestens eine Stunde damit laufen ohne einmal aufzuladen. Habe es erst beim rauskramen dieses Jahr aufladen müssen. Habe jetzt gerade zwei halbwüchsige Berner und da kaufe ich noch kein Leuchti. Erst wenn sie ausgewachsen sind. Habe jetzt so ein einfaches 12 EUR Leuchthalsband, das man in der Länge zuschneiden kann. Erfüllt seinen Zweck, ist aber nicht wasserdicht und nach ungefähr 1,5 Stunden Dauerleuchten muss es aufgeladen werden. Kommt hinsichtlich der Leuchtkraft aber nicht an ein Leuchti ran. Die sind zwar teuer, aber meines Erachtens hinsichtlich Leuchtkraft, Qualität (wasserdicht), Komfort (kein ständiges Aufladen), kein An/Aus-Schalter unschlagbar.

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